14.09. Cape Wrath Trail Tag 9 von der Shenavall Bothy nach Ullapool
14.09. Cape Wrath Trail Tag 9 von der Shenavall Bothy nach Ullapool
Mit gut 20 Kilometern und rund 6 Stunden Gehzeit stand heute eine vergleichsweise kurze, aber nicht minder schöne Wanderung auf dem Programm. Mein Ziel war der Loch Broom, von wo aus es über die Hauptstrasse A835 nach Ullapool gehen sollte. Die Thematik mit den schottischen Autostraßen und den rücksichtslosen Fahrern hatte ich ja schon an Tag 6 ausführlich beschrieben – mein Plan für heute war daher klar: Autostopp!
Aber erst einmal musste ich überhaupt bis zur Straße kommen. Zum Glück bin ich vergangene Nacht doch noch in das untere Zimmer der Bothy gewechselt. Das war zwar optisch nicht gerade der Brüller, aber immerhin konnte ich ohne Plastiksack-Konzert durchschlafen. Wenn man am Morgen kein nasses Zelt abbauen muss, ist man natürlich auch deutlich schneller ready to go. Nach dem obligatorischen Kontrollblick, ob ich auch ja nichts liegen gelassen habe, ging es pünktlich um sieben Uhr los. Von den Belgiern war zu dieser Zeit noch weit und breit nichts zu sehen.
Direkt hinter der Hütte ging es gleich mal knackige 300 Höhenmeter steil hoch zur nächsten Hochebene. Der frühe Aufbruch lohnte sich sofort: Auf halber Höhe stand ich plötzlich einer kleinen Gruppe Rothirsche gegenüber. Danach führte ein breiter Kiesweg durch das Glen Chaorachain hinunter zur A832 – der berüchtigten Destitution Road.
Die Highland Potato Famine (Die schottische Kartoffelhungersnot)
In den 1840er-Jahren grassierte in den Highlands eine verheerende Kartoffelfäule. Da die Kartoffel das Hauptnahrungsmittel der armen Landbevölkerung (Crofters) war, brach eine schwere Hungersnot aus. Um die hungernde Bevölkerung nicht einfach nur mit Almosen abzuspeisen, beschlossen die Regierung und reiche Landbesitzer ein Hilfsprogramm: Die hungernden Männer wurden gezwungen, unter härtesten Bedingungen Strassen zu bauen. Nur wer dort schuftete, erhielt im Gegenzug Hafermehl und Nahrung, um seine Familie vor dem Verhungern zu retten. Und daher kommt der Name: Strasse der Not.
Von hier war es nur noch ein Katzensprung runter ins Tal nach Inverlael. Aber super: Jetzt fing es auch noch an zu regnen. Normalerweise ist das beim Autostöppeln ein absolutes NoGo, denn wer will schon einen klatschnassen Wanderer im Auto haben? Aber ich hatte Glück: Schon das zweite Auto nahm mich mit nach Ullapool und stoppte direkt vor dem besten Fish&Chips-Restaurant der Stadt.
Nach dem feinen Essen ging es gleich in den grossen Tesco, Essen für die nächsten acht Tage einkaufen. Der Rucksack wurde wieder merklich schwerer und ich brauchte sogar noch eine zusätzliche Einkaufstasche, um meine ganzen Vorräte zum Campingplatz zu schleppen. Ich habe erst einmal nur für eine Nacht gebucht. Falls es morgen nur regnen wird, mache ich hier einen Zeroday – Ullapool mit seinen Restaurants und Pubs ist dafür doch der ideale Ort.
Der Truppenübungsplatz und der Wettlauf gegen die Zeit
Da das Cape Wrath ein aktiver Truppenübungsplatz ist, war es in Ullapool jetzt auch an der Zeit, online nachzuschauen, wann das Gebiet wegen Rumballern gesperrt wird. Dafür gibt es eine eigene Webseite – und da stand schwarz auf weiss, dass ab dem 21. September komplett dicht ist.
Firing times for September 2026:
Cape Wrath Training Centre
Date Time
1 to 4 September 12:01am - 23:59pm daily
7 to 11 September 12:01am - 23:59pm daily
21 to 30 September 12:01am - 23:59pm daily
Mein ursprünglicher Plan war eigentlich, hier und an der wunderschönen Sandwood Bay jeweils einen Tag auszuruhen und dann gemütlich am 21. oder 22. September die letzte Etappe zum Leuchtturm zu machen. Aber unter diesen Umständen wird das wohl nichts werden! Entweder müsste ich von der Sandwood Bay direkt nach Durness wandern, ohne den Leuchtturm überhaupt gesehen zu haben, oder aber ich nehme von hier den Bus nach Durness und laufe die restlichen Etappen in umgekehrter Richtung. Beide Optionen gefallen mir absolut nicht.
Und der Blick auf die Wetter-App verheisst momentan auch nichts Gutes. Morgen wird es sicher regnen. Aber wenn ich morgen nicht weitergehe, sondern den Zeroday einlege, komme ich sicherlich erst am 20. September zur Sandwood Bay. Von dort zum Cape sind es zwar nur 12 Kilometer, aber am Sperrtag muss ich ja das gesamte militärische Übungsgebiet zwingend vor 12 Uhr mittags wieder verlassen haben. Das scheint mir völlig unrealistisch.
Sprich: Morgen geht es wohl trotz Regen weiter.
Aber das entscheide ich dann morgen früh.
Sprich: Morgen geht es wohl trotz Regen weiter.
Aber das entscheide ich dann morgen früh.








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