12.09. Cape Wrath Trail Tag 7 vom Coulin Pass nach Kinlochewe
12.09. Cape Wrath Trail Tag 7 vom Coulin Pass nach Kinlochewe
Heute gab es eine mega kurze Wanderung zum Campingplatz in Kinlochewe: 14 Kilometer in exakt 4 Stunden. Einfach immer stur dem Weg nach – und fertig.
Ja, ja, schon verstanden: Als Blog-Eintrag ist das jetzt vielleicht ein bisschen wenig Text. Aber warum soll ich aus einer Mücke einen Elefanten machen? Heute war eben ein halber Zero Day, und man muss ja schliesslich nicht jeden Tag weit über 20 Kilometer abreissen.
Dafür war es wieder einmal ein typisch schottischer Tag. Es regnete. Und was haben wir alle gelernt? Was soll man tun, wenn einem das schottische Wetter absolut nicht gefällt? Richtig: Warte einfach fünf Minuten, dann wird es ganz sicher anders sein.
Und genau so war es heute auch! Die Sonne kam raus und zauberte phänomenale Regenbogen an den Himmel – bis es fünf Minuten später wieder anfing zu kübeln. Und nach weiteren fünf Minuten? Richtig, wieder Sonne, wieder ein neuer Regenbogen. Das ging eine ganze Weile so im Pingpong-Takt hin und her.
Am Besten man Tanz eben unter dem Regenbogen
Irgendwann war das dem schottischen Wetter aber wohl selbst zu dumm und es sagte sich: „So, jetzt bleibt es einfach, wie es ist!“ Dummerweise entschied es sich genau in dem Moment dazu, als es gerade wie aus Eimern goss. Und so wanderte ich die letzte Stunde eben im Dauerregen. Was soll’s – auf dem Campingplatz wartete schliesslich eine warme Dusche auf mich.
Ja und sogar mein kleiner Freund hatte auf mich gewartet
Das Mistviech hatte mich doch schon wieder irgendwo überholt.
Das Mistviech hatte mich doch schon wieder irgendwo überholt.
Powershopping im Dorfladen
Bevor es zum Zeltplatz ging, steuerte ich in Kinlochewe schnurstracks den kleinen Dorfladen an. Ich musste unbedingt meine Essensvorräte für die nächsten Tage aufstocken.
Die Verkäuferin schaute mich an, schüttelte mitleidig den Kopf und meinte nur: „Da hättest du dir ja einen schönen Regentag zum Wandern ausgesucht!“
Ich antwortete ihr: „Der heutige Tag heisst in meinem Blog ab jetzt 'Regenbogentag'. Denn ohne Regen gibt es keinen Regenbogen – und heute durfte ich unglaublich viele davon sehen!“ Es gibt eben keine schlechten Tage. Wenn man nur gut genug hinschaut, findet man auch im Regen immer etwas Schönes.
Ich packte einen leeren Einkaufskorb und füllte diesen mit den wirklich wichtigsten Lebensmittel für die nächsten Tage die da wären: Chips, Gummibärchen, Schokolade und natürlich ein paar wohlverdiente Dosen mit dem „roten T“ (Tennent’s) gegen den grossen Durst.
Danach ging es zum Campingplatz, wo ich die Nacht verbringen wollte. Später kamen noch vier Belgier zu mir auf die Wiese, die ab hier ebenfalls in Richtung Cape Wrath Trail starten wollten. Aber hallo – was hatten die bitteschön für riesige Rucksäcke dabei?! Und als wäre das nicht schon genug Ballast, schleppten die ernsthaft noch kleine Campingstühle mit sich herum!
Wie kommt man bloss auf so eine Idee? Die Dinger mögen ja ultraleicht sein, aber tagelang einen Stuhl durch die Highlands zu tragen, auf dem ich am Abend dann vielleicht für eine halbe Stunde sitze? Im Leben nicht! Aber wie sagt meine Lieblings-Wirtin Herta so schön:
„Es jibt sone und solche, und dann jibt es noch janz andre,
aba dit sind die Schlimmstn!“
aba dit sind die Schlimmstn!“



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